Artikel-Schlagworte: „Absatz“

Der Einfluss von Literaturkritik auf den Absatz von Publikumsbüchern

Mittwoch, 22. April 2009

Es ist die alte und ewige Frage: Hat die Literaturkritik überhaupt Einluss auf die Verkaufszahlen eines Buches? Macht eine herausragende Besprechung in den großen deutschsprachigen Zeitungen einen Bestseller aus einem Buch? Kann ein Verriss den Absatz des besprochenen Werkes verringern oder heizt er ihn gerade an? Fragen, denen Wendy Kerstan in ihrer Untersuchung “Der Einfluss von Literaturkritik auf den Absatz von Publikumsbüchern” systematisch auf den Grund geht.

Eine wirkliche Antwort kann die Autorin jedoch nicht liefern. Zu ungenau bleiben die Korrelationen zwischen Rezension und Verkaufszahlen, lediglich die Erwähnung eines Buches in Elke Heidenreichs TV-Sendung “Lesen!” führt immer zu einem erhöhten Absatz. Allerdings wird das TV-Format nicht den Kriterien für Literaturkritik gerecht, es handelt sich um persönliche Lesetipps.

Literaturkritik und Rezensionen bleiben also vor allem Selbstzweck. Sie sind eine bestimmte Gattung des Kulturjournalismus und werden erstens um ihrer selbst willen gelesen und zweitens, weil sie einen öffentlichen Diskurs entfachen (können). Besonders bei Sach- und Fachbüchern sind Rezensionen oft auch eine Stellungnahme zum Thema an sich.

Wendy Kerstan: Der Einfluss von Literaturkritik auf den Absatz von Publikumsbüchern, Verlag LiteraturWissenschaft.de, 2006, ISBN-13: 9783936134162, 18.60 Euro